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Ihr Ratgeber über Getreide

Mohn selber mahlen: Gelingt das in einer Getreidemühle?

Wenn Sie bereits eine Getreidemühle zu Hause haben, wird sich zwangsläufig die Frage stellen, was damit außer üblichem Getreide, wie Weizen, Roggen oder Dinkel alles gemahlen werden kann. Bevor Sie herumexperimentieren, lassen Sie mich diese Frage kurz beantworten: Es kommt auf das Mahlwerk und das Gerät an. Daher erkläre ich in diesem Artikel, wie Sie Mohn selber mahlen können, welche Voraussetzungen eine Mühle erfüllen muss und auf was Sie sonst noch alles achten sollten.

Was ist Mohn und muss man ihn überhaupt mahlen?

Mohn ist eine Würz- Arznei- und Zierpflanze. Aus den reifen Kapseln kann Mohnsamenöl gewonnen werden. Die Samen selbst kann man als Backzutat verwenden (zum Beispiel in einem Mohnkuchen) oder aber als Dekoration auf Backwaren (Mohnweckerl, etc.).

Mohnkörner sind klein und hart. Sie enthalten Eiweiß und bis zu 50 % Öl mit viel Linolsäure sowie weiters reichlich Mineralien (Magnesium, Eisen, Kalium, Zink) und das Vitamin B1. Man unterscheidet in grauen, blauen und weißen Mohn:

  • Grauer Mohn: Spezialität aus dem österreichischen Waldviertel. Er ist mild im Geschmack und enthält mehr Öl als andere Sorten.
  • Blauer Mohn: Schmeckt intensiv und nussig-herb. Sehr häufig verbreitet. Beliebt als Backzutat oder als Topping von Gebäck. Hier können Sie sich Blaumohn* zum Kauf ansehen.
  • Weißer Mohn: Alte Mohnsorte mit einem nussigen Aroma. Die Samenschale enthält keine Farbpigmente. Eher selten verbreitet und kein so hoher Ölgehalt, wie andere Mohnsorten. Sehen Sie sich hier Weißmohn* zum Kauf an.

Mohn gilt als Ölsaat und kann daher nicht mit jeder Mühle gemahlen werden (Details dazu gibt es unten). Zum Backen sollten Sie die Mohnsamen in jedem Fall mahlen, denn nur dadurch kann sich das typische Mohn-Aroma durch die Öle erst so richtig entfalten.

Wenn Sie den Mohn nur als Dekoration oder als Topping verwenden wollen, sollten Sie ihn eher nicht mahlen, denn die ganzen Samenkörner sind so wesentlich beliebter.

Blaumohn enthält von Natur aus Morphin. Um die Belastung zu reduzieren sollten Sie den Mohn immer vor der Weiterverwendung und dem Verzehr gut abwaschen. Zudem kann jeder Verarbeitungsschritt in der Küche den Gehalt weiter reduzieren. Achten Sie in jedem Fall darauf, nicht zu viel Mohn zu verzehren. Das galt bereits vor Jahrzehnten und ist meiner Meinung nach heute immer noch ratsam.

Mohn vor der Weiterverarbeitung Waschen und Trocknen

Sie sollten (eigentlich bei so ziemlich allen Lebensmitteln) nach dem Grundsatz leben: Erst waschen, dann essen. Das gilt auch für die kleinen, unscheinbaren Mohnsamen. Eine geeignete Methode zum Waschen und Trocknen ist folgende:

  • 1. Schritt: In einem Topf mit sauberem Wasser die Mohnsamen gründlich waschen.
  • 2. Schritt: Das Wasser durch ein relativ engmaschiges Sieb rinnen lassen, damit die Mohnsamen hängen bleiben.
  • 3. Schritt: Mohn auf einem mit Backpapier belegten Backblech ausbreiten.
  • 4. Schritt: Etwa 10 Minuten bei rund 80°C im Backrohr bei Ober- und Unterhitze trocknen lassen.

Danach sind die Mohnkörner in der Regel fertig für den Verzehr oder die Weiterverarbeitung (bestreuen, mahlen, etc.).

Kann man Mohn in einer Getreidemühle mahlen?

Wie eingangs erwähnt kann man Mohn zwar mit einer Getreidemühle mahlen aber definitiv nicht mit jeder. Entscheidend ist in erster Linie das Mahlwerk: Ein Steinmahlwerk, so wie es in den meisten Mühlen eingebaut ist, ist ungeeignet. Dieses verschmiert, wenn Ölsaaten (wie Mohn) gemahlen werden. Die Reinigung ist danach sehr mühsam und oftmals lässt sich nachhaltig die Maschine nicht mehr säubern.

Das, was Sie brauchen, um Mohn selber zu mahlen ist ein Stahlmahlwerk oder ein Keramikmahlwerk. Dieses ist genau für diesen Verwendungszweck gemacht und kann oft sowohl Getreide als auch Ölsaaten bedienen (das sollte aber explizit in der Bedienungsanleitung stehen).

Mohnmühlen sollten außerdem leicht zu reinigen sein. Schließlich wird beim Mahlen das Öl aus den Samen gepresst. Das dient einerseits dazu, dass der Mohn sein tolles Aroma entfalten kann und die Backwaren saftig werden andererseits verschmutzt dieses Öl auch das Mahlwerk. Mit der Zeit wird es ranzig und riecht übel – daher immer nach der Benutzung gründlich säubern.

Vergessen Sie nicht, dass Mohn eigentlich nicht gemahlen, sondern gequetscht wird. Daher bestehen die viele Mahlwerke aus zwei Stahlkegel, die sich drehen und zwischen denen die Mohnkörner zerquetscht werden. Herkömmliche Getreidemühlen oder Kaffeemühlen sind eher nur eine Notlösung.

Eine mögliche Option zum Mahlen von Mohn ist diese Handmühle*. Sie ist hervorragend geeignet zum leichten und schnellen Mahlen von Mohn, Sesamkörnern, Leinsamen, Senfkörnern, Koriandersamen und Hirse. Ausgestattet ist sie mit einem Keramikmahlwerk, wobei der Körnungsgrad einschließlich des sehr feinen Mahlens von Mohn einstellbar ist.

Letzte Aktualisierung: 27.11.2022, Bilder von amazon.de

Mohn mit einem Mörser quetschen – eine mögliche Alternative?

Wenn Sie keine geeignete Getreidemühle besitzen, mit der Sie Mohn mahlen können, dann ist ein Körner eine mögliche Alternative. Es sollte allerdings ein Modell sein, das einen entsprechenden Stempel hat und aus Stein gefertigt ist. Außerdem sollte die Schale nicht zu klein sein, sonst wird es mühsam.

Wenn Sie keinen Mörser zu Hause haben aber einen möchten, dann sehen Sie sich zum Beispiel dieses Modell hier* im Detail an. Es handelt sich um einen stabilen Steinmörser aus Granit mit einem sich ideal anpassendem Stössel. Sein Durchmesser beträgt 13 cm und seine Höhe 7 cm. Das Gesamtgewicht liegt bei etwa zwei Kilogramm.

Letzte Aktualisierung: 27.11.2022, Bilder von amazon.de

So gehen Sie beim Mörsern von Mohn vor:

  • 1. Schritt: Falls Ihr Mörser länger nicht benutzt wurde oder schmutzig ist, sollten Sie diesen unbedingt vorher reinigen.
  • 2. Schritt: Geben Sie nicht zu viele Mohnkörner gemeinsam in den Mörser. Wenn dieser maximal zu 25% voll ist, ist es gut, würde ich sagen. Größere Mengen arbeiten Sie Zug um Zug durch.
  • 3. Schritt: Zerquetschen Sie die Mohnkörner vorsichtig aber doch mit etwas Krafteinsatz. Einige der Körner werden vermutlich über den Mörserrand springen.
  • 4. Schritt: Sind Sie fertig, reinigen Sie den Mörser* gründlich. Mohnöl wird relativ rasch ranzig, daher sollte dies keinesfalls im Mörser kleben bleiben.

Die frisch gemahlenen bzw. gequetschten Körner verarbeiten Sie am besten so rasch als möglich. Auch beim Mörsern gilt: Nur die Menge mahlen, die Sie auch verarbeiten. Zu viel gemahlener Mohn hält in vielen Fällen nicht recht lange.

Mohn im Mörser selber mahlen

Kleinere Mengen an Mohn können Sie auch in einem Mörser selber mahlen.

Tipps zum Mahlen von Mohn

Hier habe ich ein paar weitere Tipps für das Mahlen von Mohn für Sie:

  • Mahlen Sie den Mohn vor dem Backen – somit entfaltet das Öl seine volle Wirkung.
  • Immer nur soviel Mohn mahlen, wie auch benötigt wird. Frischer Mohn ist nicht lange haltbar. Optionen sind einfrieren oder die Aufbewahrung in einem luftdichten Behältnis an einem kühlen Ort.
  • Achten Sie darauf, dass der Mohn nicht ranzig wird. Ist er das, können Sie ihn nicht mehr weiterverarbeiten.
  • Etwas geriebenen Zwieback in die Mohnmasse und der Mohnkuchen wird super leicht.
  • Einen saftigen Mohnkuchen erhalten Sie mit ein paar Löffel Apfelmus, die Sie der Mohnmasse hinzufügen.

Wollen Sie dennoch aus verschiedenen Gründen Mohn nicht selber mahlen, besteht auch die Möglichkeit, Mohn (als Backmischung) käuflich zu erwerben. Ich empfehle dabei darauf zu achten, dass es sich um hochqualitativen Mohn handelt und verlieren Sie auch das Herkunftsland nicht aus den Augen. Ich finde es immer besser, Regionales zu kaufen, falls das möglich ist.

Mohn selber mahlen: Fazit & Zusammenfassung

Das Selber mahlen von Getreide ist ebenso wie das Mahlen von Mohn mit vielen Vorteilen verbunden. Mahlen ist in diesem Zusammenhang aber vielleicht irreführend, weil Mohn eigentlich gequetscht wird. Das Öl tritt so aus dem Samenkorn heraus und sorgt für guten Geschmack und tolles Aroma. Eine eigens dazu konzipierte Mohnmühle* kann Ihnen die Arbeit erleichtern. Alternativ dazu funktioniert es auch mit einem guten Mörser.

Mit einer herkömmlichen Getreidemühle sollten Sie allerdings Mohn nicht mahlen. Diese besitzt meist Steinmahlwerke, die durch das austretende Öl verschmieren. Beachten Sie außerdem, dass Sie tunlichst nur so viel Mohn mahlen, wie Sie auch brauchen. Lange haltbar ist gequetschter Mohn nämlich nicht.

Wenn Sie noch auf der Suche nach einer Getreidemühle sind, mit der Sie Mohn selber mahlen können, sehen Sie sich mein persönlich favorisiertes Modell hier im Detail an:

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