Getreide selber mahlen

Getreide selber mahlen

Erfahren Sie auf diesen Seiten, wie Sie Getreide selber mahlen.

In Zeiten, in denen von Vielen immer mehr auf eine gesunde und hochwertige Ernährung geachtet wird, geht der Trend dazu, sich Getreide und andere Lebensmittel, wie Pfeffer oder Kaffee selbst herzurichten. Auch ich bin ein Fan dieser Vorgangsweise und daher gebe ich auf diesem Blog Tipps und erkläre, wie und womit Sie Getreide selber mahlen können.

Warum soll man Getreide selber mahlen?

Die wichtigen Inhaltsstoffe, die von Körnern unterschiedlicher Getreidesorten geliefert werden, können nur dann voll zur Geltung kommen, wenn es frisch gemahlen wird. Wenn Sie Getreide selber mahlen, leisten Sie damit also einen meiner Meinung nach sehr wichtigen Beitrag zur eigenen Gesundheit und der Ihrer ganzen Familie.

Außerdem ist es sehr schön, das gemahlene Korn gleich zu verarbeiten und für das morgendliche Müsli oder ein köstliches Brot zu verwenden. Vergessen Sie dabei auch nicht, dass die Aromen, die durch das frische Mahlen entfaltet werden dazu führen, dass es sich beim selbst Mahlen auch um eine sehr „lustvolle“ Komponente handelt.

Kurzum: Legen Sie Wert auf eine gesunde Ernährung, tauschen Sie den wöchentlichen „Mehl-Kauf“ einfach mit einer passenden Getreidemühle für zuhause und sparen Sie damit auch auf lange Sicht etwas ein!

Weshalb ist das volle Korn gesund?

Bei Getreide handelt es sich um ein relativ komplexes Lebensmittel, das für den Menschen äußerst wichtig ist – beinhaltet es doch sehr viele für uns wichtige Inhaltsstoffe. Wenn Sie Ihr Getreide selber mahlen bewahren Sie diese Inhaltsstoffe und diese gehen nicht am Transportweg von A nach B oder bei der Lagerung verloren.

Das Vollkorn punktet unter anderem mit Mineralstoffen und Spurenelementen, wie Beispielsweise Eisen, Magnesium und Kalzium sowie mit vielen Vitaminen, allen voran denen der B-Gruppe. Die enthaltenen Fette, Eiweiße und vor allem Kohlehydrate tragen einen wesentlichen Beitrag zu einer ausgewogenen Ernährung bei und versorgen den Körper mit gesunden Aufbaustoffen.

Wichtig sind diese Inhaltsstoffe vor allem beim Stoffwechsel, bei der Sättigung, bei der Verdauung, und für die muskuläre Tätigkeit. Das Vollkorn Getreide ist neben Gemüse und Obst übrigens der wichtigste Ballaststofflieferant!

Erfahren Sie hier, welche Getreidesorten es gibt: Welche Getreidesorten gibt es?

Worin liegen die Nachteile von industriell gefertigten Mehlen?

Aufgrund der Tatsache, dass frisch gemahlenes Korn nur eine relativ kurze Haltbarkeit aufweist, hält sich auch die Möglichkeit der längeren Lagerung in Grenzen.

Die Lösung der Hersteller war und ist es, nicht das volle Korn zu verwenden, sondern nur einen Teil davon. Dabei handelt es sich um das Weiß- oder Auszugsmehl. Bei diesem werden der Keim im Korninneren und die Randschichten einfach weggelassen, was sehr schade ist, denn genau diese Teile enthalten gerade wertvolle Ballaststoffe.

Was beim Weißmehl über bleibt, ist die als Kohlehydrate bekannte Stärke. Das Weißmehl ist daher ein Lieferant hoher Mengen an Kohlehydraten und Zucker, der oft für eine übermäßige Energiezufuhr sorgt.

Der Vorteil der Entfernung des Keims liegt zudem darin begründet, dass dieser Keim auch Fettsäuren enthält, die beim Mahlen im Ganzen beginnen zu oxidieren. Die Fettsäuren werden mit der Zeit ranzig und das gesamte gemahlene Korn ist dann nicht mehr wirklich genießbar. Vollkornmehl mit Keim ist demnach nur maximal rund zwei Monate lagerfähig, während Auszugsmehl ohne Keim etwa 12 bis 18 Monate gelagert werden kann. Etwa um 1850 war die Mühltechnik so weit voran geschritten, dass man Keimling und Schalen vor dem Mahlen entfernen konnte.

Kennzeichnung von Auszugsmehl

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch die Kennzeichnung des Auszugsmehls im Handel: Je niedriger die Typenangabe, desto niedriger sind auch die im Mehl verbliebenen Mineralstoffe. Diese Zahl gibt an, wie viel mg Mineralstoffe noch in 100 Gramm Mehl enthalten sind. Dabei bildet zum Beispiel der Mehltyp 405 die niedrigste aller möglichen Stufen.

Für das Vollkornmehl gibt es aber keine Typenangabe. Es enthält immer die Mineralstoffe, die das Korn auch von vorne herein mit sich bringt. Hierbei gibt es natürlich auch gewisse regionale Unterschiede (Anbauart, Anbauort, etc.). Grundsätzlich enthält Vollkornmehl aber etwa 1800 mg Mineralstoffe auf 100 Gramm Mehl und daher rund 4,5-mal so viel, wie Weizenmehl 405.

Wie kann man Getreide selber mahlen?

Zu Hause haben Sie natürlich nicht die Möglichkeit, eine Mühle zu betreiben, aber es gibt die Miniaturausgabe dazu, nämlich Getreidemühlen. Diese kleinen Küchenhelfer sind in ganz unterschiedlichen Ausführungsarten erhältlich und es kommt letztlich punkto Anforderungen darauf an, wie oft Sie diese benutzen möchten.

Bei seltenen Einsätzen kommt auch eine handbetriebene (also manuelle) Getreidemühle in Frage. Diese mahlen sehr zuverlässig kleinere Mengen Mehl, ohne dass Sie sich extrem anstrengen müssen.

Bei oftmaliger Verwendung empfehle ich eher eine elektrische Getreidemühle. Je nach Modell schaffen diese Geräte etwa 120 bis 200 Gramm Mehl pro Minute. Aber Vorsicht: Erwerben Sie nicht die erstbeste Getreidemühle, denn es gibt auch hier unterschiede punkto Leistung, Mahlwerk, Ausstattung, Fassungsvermögen und Preis. Und auch der Umstand, dass nicht jede Mühle für jedes Getreide geeignet ist, darf nicht außer Acht gelassen werden.

Welche Arten von Mahlwerken gibt es?

Ganz grundsätzlich unterscheidet man drei große Arten von Mahlwerken nämlich solche aus Naturstein, aus Kunststein (Koround-Keramik) und aus Stahl. Dazu kurz im Einzelnen:

Natursteinmahlwerk

Diese Mahlwerke bestehen in der Regel aus sehr harten Natursteinen, wie beispielsweise Dolomitgestein oder Granit und haben eine raue Oberfläche. Hülsenfrüchte und Getreidekörner werden schonend und schichtweise zu einem flockigen Mehl zerrieben.

Nicht geeignet für: Gewürze, Ölsaaten oder feuchtes Mahlgut

Kunststeinmahlwerk

Immer moderner werden Mahlwerke aus Kunststein. Der Vorteil liegt in geringerem Preis, der gewissen „Selbstschärfung“ und der höheren Unempfindlichkeit gegen feuchtes Mahlgut. Die Mahlkegel sind durch den Herstellungsprozess sehr hart und Widerstandsfähig und haben ebenfalls eine raue Oberfläche.

Nicht geeignet für: Ölsaaten

Stahlmahlwerk

Diese sind wahre Allrounder und dazu relativ günstig zu haben. Sie schaffen neben Getreide und Hülsenfrüchten auch Ölsaaten (Sonnenblumenkerne, Leinsamen, etc.). Die Reinigung fällt zudem sehr einfach aus, da die Stahlkegel hier Vorteile gegenüber Mahlwerken aus Stein haben.

Nicht so toll sind aber die Tatsache, dass das Mehl nicht die Feinheit erlangt, wie bei einem Mahlwerk aus Stein und dass die Mahlwerke aus Stahl in der Regel nur als Vorsatz für Küchenmaschinen erhältlich sind.

Fazit – Getreide selber mahlen

Meiner Meinung nach zahlt es sich das Getreide selber mahlen in jedem Fall aus. Denken Sie alleine daran, dass viele Teiglinge in Supermärkten und modernen „Back-Shops“ auch aus China oder sonst woher kommen können. Sie leisten daher mit der Herstellung Ihres eigenen Mehls einen Beitrag zur Ressourcenschonung.

Dazu reihen sich aus meiner Sicht noch eine Menge weiterer Vorteile: Genuss, Preisersparnis, Qualität, gesunde Ernährung, usw.

Sie können Ihre Getreidemühle auch offen stehen lassen. Die meisten Modelle machen optisch einiges her und sind auf jeden Fall ein Hingucker in der Küche.